Donnerstag, 31. Januar 2013

auf zur Schweizer Botschaft

Was mag der Schweizer überhaupt nicht? Unpünktlichkeit! Und für was sind Inder bekannt? Unpünktlichkeit...
Heute morgen mussten wir zur Schweizer Botschaft nach Delhi um dort ein Empfehlungsschreiben für die chinesische Botschaft abzuholen und uns gleichzeitig anzumelden. Leider war unser normaler Fahrer anderweitig beschäftigt, also kam ein Kollege... 8.30 Uhr war abgemacht, da der Verkehr dann besser ist und die Botschaft dann auch schon aufmacht. Nach drei Telefonanrufen fuhr er dann kurz vor neuen Uhr vor... ich war bester Laune, so kamen wir natürlich schön in den Morgenverkehr... na ja.. auf nach Delhi... ob er den Weg kenne? Ja, klar. Also wir dann vor der Botschaftsgegend waren, machte er plötzlich einen Anruf und fragte nach dem Weg... so viel Hindi verstehen wir dann halt schon noch... Wie immer war der Weg eben nicht so klar... da die diplomatische Gegend jedoch gut angeschrieben ist und ich seit neuestem eine Karte von Delhi und Umgebung besitzte, war es im Endeffekt ich, der ihm sagte, wo er hinfahren sollte. Dass er dann bereits bei der Schwedischen Botschaft halten wollte, lasse ich mal unkommentiert... zwei Häuser weiter waren wir dann am Ziel... Die Schweizer Botschaft!
Ok, ich hatte es mir ein bisschen schöner vorgestellt... vor allem freundlicher. Man kann also nicht einfach seinen Pass vorweisen und wird dann mit einem freundlichen "Grüezi" begrüsst. Nein. Erstmal muss man dem Pförtner sagen, was man denn genau will. Skepsis pur! Danach schön in die Liste eintragen, Passnummer, Zeit, Unterschrift... Ob wir denn ein Sackmesser besitzen würden, fragte uns der Pförtner noch... Ähm... sicher! Bekommt man mit der Geburt? Aber wir hätten jetzt keines da... Ok, meinte er, gab uns zwei Batches und sein Kollege begleitete uns zum Sekretariat. Auch dort noch immer keine Schweizer Person, sondern ein indischer Beamter. Ich weiss nicht, in meiner Vorstellung sollte einem die Botschaft ein Heimatgefühl vermitteln. Vielleicht nicht gerade mit Rivella und Ovo, aber doch mit einem Bonjour oder Grüezi... Da wir uns zur Zeit noch nicht bei der Gemeinde abgemeldet haben, konnten wir uns auch noch nicht anmelden... Der Homepage vom EDA sei Dank, war das also vergebens. Lorenz hat jedoch seinen Brief erhalten, mit welchem er nun sein China-Visum für den März beantragen kann. Nach einer guten halben Stunde waren wir dann fertig und es ging weiter... da es in Indien immer kritisch ist, von Flughäfen oder Polizei Fotos zu machen, sind die Fotos von der Botschaft etwas schräg geraten... Lorenz hat das aber für verdeckt super hinbekommen!




Nach dem Botschaftsbesuch fuhren wir einmal mehr in unser Liebligs-Möbelgeschäft... Unser Besuch kann nun also kommen... Bett und Matratze sind bestellt, ebenso der Bettbezug, was wohl die grösste Herausforderung war... Fixleintücher kennen die Inder nicht... aber Duvetbezüge auch nicht... also mussten wir eine waschbare Decke kaufen und Fixleintücher werden wir halt von der Schweiz mitbringen...
Auch sonst ist zur Zeit eher der Wurm drin... nach fast zwei Wochen warten auf den Gasanschluss kam raus, dass wir noch 4400 Rupien bezahlen müssen. Damit kann man eigentlich eine weitere Induktionsplatte kaufen... denn die Gasfüllung kostet auch jedes mal wieder... Wir haben uns nun für die Elektroplatte entschieden... Zudem konnte die Zahlung, welche Lorenz für das indische Konto gemacht hat, nicht zugeordnet werden... irgendwie war Axis-Bank nicht fähig, das mit der ZKB abzuklären... sie senden lieber das Geld zurück und wir müssen nochmals überweisen...
Im März werden wir nun ein weiteres Konto in der Schweiz bei HSBC eröffnen müssen, dann eines bei HSBC in Indien... dann können wir uns die Überweisungsgebühren sparen... Man lernt ja nie aus...
Morgen sollte dann noch unser Sofa geliefert werden! Dann ist es leider Schluss mit Badminton spielen im Wohnzimmer...

Mittwoch, 30. Januar 2013

Endkontrolle...

Und schon wieder ist der Kühlschrank leer... In Indien scheint alles extrem schnell zur Neige zu gehen... mindestens zwei bis drei Mal pro Woche müssen wir hier einkaufen. Vor allem Wasser, Gemüse und Früchte gehen schneller zur Neige, als man schauen kann... Gemüse und Früchte sind zudem auch nicht wirklich lange haltbar, auch wenn man die Sachen im Kühlschrank lagert...
Gestern mussten wir also ein weiteres mal los... Big Bazaar, wo wir gestern waren, ist ein neu eröffneter Supermarkt. Alles noch schön neu. Beim Gemüse packt man seine Sachen ab und lässt diese von einem Angstellten wiegen... alles wird dann schön im Säckchen eingepackt und zugeklebt, damit man nicht noch was zusätzlich reintun kann... Als ich dann bei der Alufolie stehe und mich für eine entschieden habe, kommt ein Mann, greift sich die Alufolie, schaut sie an und schmeisst noch eine zweite Rolle in meinen Wagen... Bitte? 2 for 1... Ok, danke... ich schaue dann nach Abfallsäcken... Lorenz verweilt derweil bei der Müesli-Auswahl... Der Mann steht immer noch neben mir und will mir helfen.. hat aber keine Ahnung und er spricht, einmal mehr, kein Englisch... Ich bin froh, als Lorenz endlich um die Ecke biegt... Der Mann ist aber unbeeindruckt, er probiert weiter zu helfen... wir finden die richtige Grösse Abfallsäcke jedoch selber... als wir ein Regal weiter zu den Putzmitteln gehen, folgt er uns einfach... Lorenz fragt ihn dann, was er will. Keine Antwort. Ob er Englisch spreche? Nein. Also, dann kann er uns ja nicht helfen... Er nimmt Abstand, doch verstanden hat er's glaub nicht wirklich... In indischen Supermärkten ist jeweils ein Mitarbeiter für ein oder zwei Regale verantwortlich. Normalerweise sind diese Leute dann aber nicht aufdringlich, sondern halten sich zurück... Wieso der Herr uns unbedingt helfen wollte wissen wir nicht... Allgemein ist man hier immer unter Beobachtung.
Das Beste kommt jedoch zum Schluss... Man bezahlt normal an einer Kasse... natürlich wird einem bei Einpacken geholfen, das muss man nur in ganz wenigen Geschäften selber machen... oder tut es einfach, damit es vorwärts geht... Beim Verlassen eines Supermarkts oder Geschäfts muss dann jeweils der Kassabon vorgezeigt werden. Es gibt eigentlich immer zwei Sicherheitsleute, welche am Ausgang stehen und die Kassabon kontrollieren... die schauen dann, ob man das im Wagen hat, was drauf steht... bei einem Grosseinkauf natürlich völlig unmöglich... trotzdem schauens sie die Positionen durch... vielleicht haben sie aber auch den Röntgenblick und können so den Inhalt von Taschen durchleuchten... dann gibts pro Tasche ein Loch auf dem Kassabon, sowie oben ein Loch... keine Ahnung wieso... So ganz habe ich das noch nicht verstanden, ist aber jeweils wirklich lustig, wie genau sie die Zettel anschauen... wir vermuten, dass da vor allem neugierige Leute arbeiten... und unser Einkauf ist natürlich auch besonders spannend... man muss ja immer genau wissen, was Bleichgesichter wie wir so einkaufen...
Geniesst es also, wenn ihr im Coop das nächste Mal sagen könnt, Kassenzettel, brauch ich nicht, danke... in Indien würde man spätestens beim Ausgang als Dieb entlarvt werden...

Montag, 28. Januar 2013

Taj Mahal

Unser erster Ausflug in Indien führte uns zum wohl bekanntesten Bauwerk Indiens... dem Taj Mahal. Ein Arbeitskollege aus der Firma Brugg war übers Wochenende in Delhi und hatte von einer Firma, mit der Brugg zusammenarbeitet, einen Fahrer für die Fahrt zur Verfügung gestellt bekommen. Lorenz und ich durften uns ihm anschliessen. So waren wir also am Sonntag morgen um acht Uhr bereit... die Tasche war gepackt mit Wasser und Verpflegung, die Kameras geladen. Trotz einer kurzen Nacht waren wir motiviert und gespannt. Mit etwa 30 Minuten Verspätung wurden wir dann abgeholt und fuhren zuerst nach Delhi, um Peter im Hotel abzuholen. Wieso wir so kompliziert fuhren, werden wir wohl nie erfahren, doch irgendwann erreichten wir dann doch noch das Hyatt und konnten uns auf den Weg nach Agra machen. Der Weg führt zuerst von Delhi nach Noida und dann über einen speziell gebauten Highway nach Agra. Bereits kurz nach Noida war es wunderbar grün, man sah Felder, die bepflanzt waren, Leute am Arbeiten, ein paar Ochsenkarren. Richtig schön, nach drei Wochen nur in der Stadt mal wieder grün und weite zu sehen. Die Gegend erinnerte uns ein bisschen an Kenia und Peter an China, wo er mehrere Jahre gelebt hatte.
Kurz nach Noida fuhren wir dann am Formel-1-Circuit vorbei und nahmen uns vor, den Renntermin abzuklären. Das wollen wir schliesslich nicht verpassen.
Für den Weg nach Agra, wo das Taj Mahal liegt, wurde vor gut einem Jahr ein neuer Express Highway eröffnet. Dieser hat drei Spuren, doch man kann den Pannenstreifen ja auch noch benutzen. Das Verkehrsaufkommen war jedoch extrem klein, auch für europäische Verhältnisse. Vermutlich liegt das an den Mautkosten. Für den Weg Hin und zurück mussten wir 550 Rupien bezahlen. Normalerweise muss man jedoch nur mit etwa 20 Rupien pro Stelle rechnen, das wäre somit also nur etwa 160 Rupien... Auf alle Fälle ermöglichte uns das, für indische Verhältnisse regelrecht zu rasen. Die Distanz zwischen Delhi und Agra beträgt gut 200 Kilometer und wir waren zeitweise mit mehr als 100 km/h unterwegs. Vom Hotel aus bis zum Taj Mahal brauchten wir deshalb nur etwa 2.5 Stunden. In Agra selber kannte sich unser Fahrer dann nicht mehr wirklich aus und er musste einige Male nach dem Weg fragen. Nach einem Wendemanöver, das die ganze Strasse kurzzeitig lahmlegte, fuhren wir dann am Red Fort vorbei und konnten das erste Mal einen Blick auf des Taj Mahal werfen. Bereits dieser erste Blick war eindrücklich... Obwohl ich gelesen hatte, dass das Gebäude kleiner sei, als man es sich aufgrund der Fotos vorstelle, war ich erstmals von der Grösse beeindruckt.
Um das Gebäude zu schützen, dürfen Fahrzeuge nicht mehr bis vor den Eingang fahren, sondern müssen etwa 700m weit weg parkieren. Der Parkplatz war bereits voll und wir mussten deshalb an der Strasse parkieren. Draussen herrschte das typisch indische Gewusel aus Leuten und Fahrzeugen. Die riesige Distanz, die es zu bewältigen gilt, ist natürlich ein neuer Geschäftszweig für Elektromobile, Pferde- und Kamelkutschen. Die Leute konnten leider nicht wirklich verstehen, dass wir nach ein paar Stunden im Auto einfach lieber zu Fuss gehen möchten. Zudem stellten sich mehrere Guides zur Verfügung, die uns an der Schlange vorbeit lotsen könnten, wir müssten dann nie anstehen und würden alle schönen Photopunkte gezeigt bekommen. Auch dieses Angebot schlugen wir aus, wir wollten lieber selbständig umhergehen. Noch etwa 20 Leute sprachen uns auf dem Weg an... Wer schon einmal in Indien war weiss, dass es an Sehenswürdigkeiten jeweils einen separaten Schalter für Ausländer gibt. Die Schlange dort ist auch immer klein und man muss eigntlich nicht anstehen. Dort kauften wir also unsere Tickets, erhielten noch eine Flasche Wasser sowie den obligaten Schuhschutz, bevor wir reingehen konnten. Auch hier gab es eine separate Schlange für die "high value Tickets". Einmal mehr eine zwei-Klassen Welt... aber wir bezahlten wirklich merklich mehr als die Inder... Zuerst ging es an der in Indien fast schon obligaten Sicherheitskontrolle vorbei. Wir wurden abgetastet und die Taschen durchleuchtet. Wieso man beim Tasten die primären Geschlechtsteile betatschen muss, war uns nicht klar, Tatsch-Mahal hatte aber gleich eine andere Bedeutung...
Im Innern muss man dann erst durch ein rotes Tor, bevor man den direkten Blick auf das Taj Mahal hat. Hier wurde einmal mehr eine Unsitte der Inder deutlich... das Drängeln... es scheint immer einen Preis für Diejenigen zu geben, die zuerst sind... auf alle Fälle drängt sich immer noch jemand oder gleich eine ganze Familie vor einem durchs Tor, schliesslich könnte man ja etwas verpassen... Schlimmer war es also nur noch im Innenraum des Mausoleums...
Das Gebäude ist wirklich eindrücklich. Dank perfekten Wetterverhältnissen schimmerte der Marmor wunderschön und die aufwändigen Intarsien waren bereits von weitem sichtbar. Da man die Details gar nicht beschreiben kann, hier ein paar Fotos.











Wir konnten uns schön Zeit lassen und genossen es, auch einmal wieder etwas zu spazieren. Der Garten ist nämlich auch sehr schön gemacht und bietet sowohl Sonne als auch Schatten.
Danach gingen wir zurück zum Auto und machten uns auf den Rückweg. Natürlich nicht, ohne noch etwa hundert mal angehupt zu werden... Eine richtige Unsitte finde ich...
Auf dem Parkplatz sah es wie folgt aus:



Das Mittagessen liessen wir ausfallen, da wir am Abend noch in Delhi abgemacht hatten. Wir assen also aus unserer Verpflegungstasche. Etwa um 18 Uhr waren wir zurück im Hotel, wo wir noch ein Getränk zu uns nahmen, während wir auf den Geschäftspartner warteten. Um 19 Uhr hohlte Lalit und dann ab und wir fuhren zum Olives. Dies ist ein italienisches Restaurant. Wir assen wirklich sehr gut und auch der indische Wein war nicht schlecht.
Danach brachte uns der Fahrer zurück nach Gurgaon. Um Elf uhr fielen wir todmüde ins Bett. Der Ausflug war wirklich eindrücklich, doch die fast acht Stunden Autofahrt waren doch sehr anstrengend, zudem die Sonne, die heute doch bereits recht kräftig wärmte. Alles in allem ist das Taj Mahal sicher sehr sehenswert. Doch es braucht auch einige Nerven und viel Energie...

Republic Day

Unser erster Feiertag in Indien! Leider fiel dieser in diesem Jahr auf einen Samstag... Also kein zusätzlicher Freitag... Gemäss Informationen von Indern, sei auch alles zu am Samstag... also gingen wir am Freitag noch rasch einkaufen. Wir wunderten uns aber, dass in der Zeitung von vielen grossen Season-End-Sales die rede war... die letzten drei Tage... Es war denn auch so, dass vor allem in Delhi viele Geschäfte zu waren, doch alle Einkaufszentren waren offen...
Wir verbrachten den Tag mehrheitlich im und ums Haus. Das Wetter lud einmal mehr dazu ein, etwas nach draussen zu gehen. Lorenz ertüchtigte sich zudem, indem er die Terasse und unsere Steinsäulen schrubbte... Leider sind solche Arbeiten meist nicht sehr nachhaltig, da alles in windeseile wieder verstaubt...
Am abend hatten wir mit Michi Buff abgemacht, einem ehemaligen Arbeitskollegen von Corvaglia. Sein Hotel befand sich direkt im Zentrum von Delhi, welshalb wir befürchteten, dass die Fahrt lange dauern würde. Aufgrund des Wochenendes kamen wir jedoch zügig durch und waren nach etwa 45 Minuten bereits da. Völlig unindisch eine gute Viertelstunde zu früh... Michi wartete jedoch schon, da er um 18 Uhr bereits auschecken musste. Blöd war nur, dass der Apéro ausfallen musste... Feiertag in Indien sind Dry Days... das heisst, es wird kein Alkohol ausgeschenkt. Das ist kein Witz und wird sehr ernst genommen. In den meisten Hotels waren die Bars deshalb sogar ganz geschlossen.... Also fuhren wir direkt zum Restaurant... Die Gegend war etwas verwaist. Mit dem Lift fuhren wir dann ganz nach oben ins Parikrama. Das ist ein Turm, in welchem sich ganz oben ein Drehrestaurant befindet. Die Aussicht änderte somit immer ein bisschen und aufgrund des Republic Days waren einige Gebäude schön beleuchtet. Sehr eindrücklich. Nach dem Essen wurden wir quasi aus dem Restaurant geworfen, da man in Indien nicht noch ein bisschen sitzen bleibt und redet. Wer fertig ist, muss gehen.... Also gingen wir zu Fuss noch in eine Bar und tranken ein Cola... auch hier kein Bier erhältlich... Als wir zu Fuss zurück zu unserem Auto gingen, mussten wir ein zweites Mal die Strasse überqueren... nicht so einfach bei indischem Verkehr, doch wir überlebten es... Zudem sahen wir dann auch noch unsere erste Ratte... ich hatte nicht so Freude daran... aber das gehört wohl zum Stadtbild dazu... Da wir den gleichen Weg hatten, brachten wir Michi noch zum Flughafen, von wo er wieder zurück in die Schweiz flog. Danach gings direkt nach Hause, am nächsten Tag war ja wieder volles Programm angesagt...

Donnerstag, 24. Januar 2013

Wer suchet, der findet!

Wir können es eigentlich selber kaum glauben, aber wir haben gestern nach langem Suchen doch noch ein Sofa gefunden. Eines in Auftrag zu geben, erschien uns aufgrund der Sprachbarriere doch etwas kompliziert und wir vertagten dies als Plan B. Also ein letztes Mal los... und siehe da... wir fanden noch einen weiteren Möbelladen, der viele preisgünstige Möbel im Angebot hatte. Ok, das Sofa ist nicht zu 100% das, was wir in der Schweiz kaufen würden. Es hat auch keine L-Form, wie wir zu Beginn immer gesucht haben, aber trotz Kompromiss sind wir nun stolze Besitzer einer dreiteiligen Sofa-Kombination. Lieferung erfolgt in einer Woche... danach brauchen wir nur noch eine Stereoanlage sowie ein Gästebett und wir sind fürs erste vom Besuch von Möbelhäusern befreit!

Ansonsten gibt es von dieser Woche bisher nicht viel zu berichten... Am Samstag ist in Indien Republic Day, deshalb sind alle Geschäfte zu. Ich hab deshalb vorsorglich schon mal Brot fürs Wochenende bestellt... Am Sonntag fahren wir dann mit Arbeitskollegen und einem Kunden nach Agra... Ich freue mich schon darauf, das berühmte Taj Mahal in echt zu sehen und bin gespannt, wie die Eindrücke sein werden... Fotos und ein Bericht folgen...

Dienstag, 22. Januar 2013

Delhi Network zum Ersten...

Darf man einen Mann um 9.30 Uhr in einen Raum voller tratschender Frauen mitnehmen? Ich finde ja! Vor allem, wenn Frau diesen Mann 8000 Kilometer weit weg in eine völlig andere Welt begleitet hat...
Heute morgen nahmen wir somit am ersten Treffen des Delhi Network teil. Da Lorenz im Hyatt Regency ab Mittag ein Meeting hatte, begleitete er mich. Am Eingang verflog jedoch der erste Optimismus und er fragte, ob er dann nach einer halben Stunde echt schon gehen könnte... Ok, man sah eigentlich nur Frauen... Delhi Network ist eine Gruppe von Expats, die sich jeweils am Dienstag von 9.30 - 11.30 im Hyatt Regency Hotel zum Kaffee trifft. Dabei kann man viele andere Expats kennenlernen und es wir auf neue Events aufmerksam gemacht. Kaum drin hatten wir auch schon einen Pulk Frauen um uns. Alle hocherfreut, dass da auch mal ein Mann auftaucht! Und ja, es gab auch einen Tisch mit Männern... vier an der Zahl... die hatten sich einfach nicht "unters Volk" gemischt, sondern etwas abgesondert.
Auf jeden Fall haben wir heute morgen einmal mehr viele neue Gesichter kennengelernt. Zwar sind die meisten in Delhi zu Hause, doch für ein Treffen am Wochenende ist das ja nicht weit. Zudem haben wir ein Taschenbuch mit Tips und Empfehlungen erhalten, das ich heute Nachmittag auf der Terasse schon mal studiert habe. Einige Seiten auf jeden Fall... Ich gebe zwar zu, dass solche Kaffe-Klatsch-Morgen nicht zu meinen Favoriten gehören. Doch im Ausland leben heisst eben auch, über seinen Schatten zu springen. Ich hab also mein Bestes gegeben und Small-Talk betrieben.
Rückblenden muss ich sagen, dass ich zu Hause sehr motiviert war. Andere Leute zu treffen, die dieselben Probleme antreffen, tut einfach gut. Zudem beeindruckt mich der Mut gewisser Personen, die mit einer ganzen Familie hierhin reisen und wissen, wir bleiben sicher drei Jahre... Da ist man dann gleich auch top-motivierter und denkt, wir packen das!
Der Lerneffekt aus dem heutigen Tag war sicher, wer wagt gewinnt. Und Lorenz hat es übrigens auch unbeschadet überstanden ;-).

Montag, 21. Januar 2013

Spontan, spontaner, Indien

Wieder ist ein Wochenende vergangen und einige unserer Aufgaben sind noch immer pendent... Den Sofa-Einkauf mussten wir aufgrund der verspäteten Brotlieferung verschieben. Nach 14 Uhr in Gurgaon einkaufen zu gehen, ist wie, wenn man an die Bahnhofstrasse möchte... Ehrlich gesagt, kann ich auf solche Tumulte bestens verzichten. Also fuhren wir nur rasch zum Einkaufen... Da die Läden hier auch am Sonntag offen sind, bestand zudem die Möglichkeit, den Task gestern zu erledigen. Doch nach einer Woche im Auto rumfahren besteht einfach nicht viel Motivation, sich auch noch am Sonntag in den Verkehr und die Leute zu stürzen. Dementsprechend genossen wir die Zeit zu Hause, machten eine Spaziergang in unserer Gatet-Area, sassen in der Begegnungszone und liessen uns die Sonne auf den Kopf scheinen. Zwar windet es zur Zeit recht stark, doch die Sonne scheint zur Zeit auch sehr grosszügig und so haben wir angenehmes Frühlingswetter. Klar müssen wir noch einen Jacke anziehen, doch so langsam macht sich ein Trend bemerkbar. Und in ein paar Monaten wären wir wohl froh um eine kühlende Brise...

Die kulturellen Unterschiede zwischen Indern und Schweizern wurden schon in einigen vorherigen Beiträgen klar. Heute geht es um die Spontanität der Inder, oder was auf alle Fälle so scheint. Wie bereits erwähnt, wurde ich letzte Woche auf einen Job hingewiesen. Ich hab das Profil studiert und dem Bekannten daraufhin meine Unterlagen gesandt... Einen halben Tag später rief er bereits an und wollte gleich zwei Stunden später ein Gespräch arrangieren... das heisst keine Zeit zum umziehen, vorbereiten etc... Dasselbe dann am Freitag mittag, ob wir schon was vorhaben... Ja, leider schon, denn wir sind Schweizer, welche immer schön im voraus planen... Dementsprechend gibt es noch ein paar andere Geschichten... heute hat Lorenz von einem Arbeitskollegen eine SMS erhalten, ob er nicht um 12 Uhr in Delhi mit ihm und Kunden zu Mittag essen könne... klar, es ist erst 11 Uhr, er braucht eine Stunde bis dahin und muss erst noch einen Fahrer organisieren. War im Endeffekt kein Problem, doch irgendwie scheint die Spontanität der Inder vielleicht andere Gründe zu haben... das Fehlen von Organisation und Planung?
So stehen Lieferanten und Handwerker auch jeweils vor der Tür und merken dann, dass niemand zu Hause ist... dass vielleicht vorher ein Telefon nützlich wär... na ja, man kann ja auch vor der Tür stehen und dann anrufen...
Wir versuchen in solchen Fällen auch spontan zu reagieren und haben dementsprechend also auch schon unsere Pläne umgestellt, doch manchmal muss man halt auch seine Linie weiterführen und nicht zu viele Kompromisse eingehen...
In diesem Sinne einen gute Woche euch allen!