Freitag, 28. Juni 2013

Geschäftiges Treiben

Gestern war ein recht geschäftiger Tag in der Villa 270. Um neun Uhr kam Prema, die Maid meiner Nachbarin Natali zum putzen. Für einen Monat lang verdient sie sich bei uns noch einen Zusatzverdienst, da Natali ja zur Zeit Ferien in der Schweiz geniesst. Prema ist wirklich gut. Sehr selbständig, sieht den Dreck und staubt auch ab, ohne dass man es extra erwähnt. Ich war also sehr zufrieden! Danach wollte ich schnell das Mittagessen vorbereiten, als Lorenz anrief. Kaptan und Sunil seien auf dem Weg zu mir, um die Kommode abzuschleifen. Die zwei waren hochmotiviert und wechselten sich bei der Arbeit ab. Die Hälfte der Späne landete zwar im Pool, doch es hat sich also gelohnt. Die Kommode sieht nun wieder schön aus. Jetzt müssen nur noch die Ecken und Kanten von Hand abgeschliffen werden. Danach kann entstaubt und wieder lasiert werden. Das Ganze hat auch gar nicht lange gedauert. Nach eine guten Stunde waren die beiden schon fertig. Ok, die Sauerei ist schon immens. Die beiden sahen aus wie Schwinger, über und über mit Holzspänen bespritzt... Der Pool, na ja... zum Glück gab's ein Missverständnis bei der Reinigung. Am Morgen war nämlich schon jemand da gewesen und am Nachmittag kam dann noch der reguläre Poolreiniger. Mir war's recht, immerhin waren danach etwa 50% der Holzspäne wieder draussen.
Ach ja, die Internet-Rechnung wurde also noch immer nicht zugestellt. Aber zur Zeit haben wir also noch eine Verbindung... Aber in Indien dauert ja alles ein bisschen länger. Das Bankkonto von Lorenz konnten wir jetzt ja ummelden, da wir ja seit einem guten Monat Residents sind. Also eine Aufenthaltsbewilligung haben. Im Januar wurde uns versichert, dass dies keine grosse Sache sei. Na ja, im indischen Sinne vermutlich nicht. Auf alle Fälle haben wir zur Zeit kein Scheckbuch und keine Bankkarte. Denn das muss alles neu beantragt werden. Dauere nur eine Woche, wurde uns vor etwa zwei Wochen gesagt. Zum Glück haben wir genug Bargeld abgehoben, sodass wir noch immer einkaufen können. Heute soll nun das neue Scheckbuch eintreffen. Mal abwarten...

Mittwoch, 26. Juni 2013

Unwetter von letzter Woche...

Wie bereits an dieser Stelle berichtet, hatten wir im Juni mehr Regenfälle als üblich. Im Norden Indiens hat dies zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, die vielen Leuten das Leben gekostet haben. Es scheint, als dass das Wetter nicht nur in Europa sondern auf der ganzen Welt verrückt spielt...

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Unwetter-in-Indien--556-Tote-in-Schlamm-gefunden/story/19968265

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/20-Tote-bei-Absturz-von-Rettungshelikopter-in-Indien/story/25512435

Manchmal ist die Lösung so naheliegend...

Vor fast zwei Wochen waren wir ja auf der Suche nach einem Tisch, um den Ofen zu platzieren. Nach langem hin und her hat unser Fahrer dann in einem Second-Hand-Laden eine Kommode erstanden. Diese ist jedoch mit einer undefinierbaren Farbe lackiert worden und zudem noch mit einer Schicht Klarlack versehen. Deshalb mussten wir sie am selben Abend nach der Lieferung auch gleich nach draussen stellen. Der Geschmack war nicht auszuhalten. Da ich dann noch günstig einen pinken (jebah!) Tisch erstehen konnte, haben wir den Ofen nun darauf platziert und die Kommode fristet ihr Dasein noch immer auf der Terasse. Geplant ist, sie abzuschleifen und weiss zu lasieren, damit sie zum Babybett passt. Nun sind wir jedoch in Indien und jedes Projekt hat so seine Tücken. Zu Beginn braucht man ja Schleifpapier. Da wir Dimpal nicht zutrauen, dass er das organisieren kann (ja, unsere Meinung über ihn ist nicht gerade hoch), wollte Lorenz im Geschäft nachfragen. Gestern war es dann mal ein wenig ruhiger und er konnte das klären. Natürlich haben wir mal an einen Schleifmaschine gedacht, doch extra für ein Projekt eine anschaffen? Aber eben, manchmal ist die Lösung ja ganz simpel... die Firmen von Lorenz teilen sich ja die Büros mit der Firma Suhner... und die vertreiben unter anderem auch Schleifmittel? Korrekt! Wir haben uns also die Köpfe darüber zerbrochen, wie wir dieses Problem lösen und haben ganz vergessen, dass es diesmal ja nicht wirklich ein Problem darstellt! Die Firma Suhner hat nämlich einen kleinen Bus, mit welchem sie Kundenbesuche machen. Und im Bus befindet sich eine Schleifmaschine zu Vorführzwecken. Lösung des Problems ist also gefunden! Und an Freiwilligen, welche die Arbeit für uns erledigen möchten, scheint es diesmal auch nicht zu fehlen. Spätestens am Wochenende beginnt also das Projekt und wir können uns schon mal Gedanken darüber machen, wo wir die gewünschte Farbe fürs lasieren herbekommen...

Dienstag, 25. Juni 2013

Mahnwesen in Indien

Um die mehr oder weniger interessanten Beiträge hier zu verfassen, und um in Kontakt mit der Aussenwelt zu bleiben, haben wir natürlich eine Internetverbindung. Über das System kann man denken was man will, denn der Vertrag hat immer eine Obergrenze beim Download und dementsprechend kann es sein, dass Ende Monat zum Beispiel kein Film geladen werden kann oder es dauert halt einfach einen halben Tag. Indisches System halt. Aber noch besser geht es zur Zeit mit der Rechnung. Zwar hätten die Leute von Airtel unsere Adresse sowie auch die E-Mail-Adresse, trotzdem scheint es nicht möglich zu sein, uns die letzte Rechnung zuzustellen. Wir haben uns schon gewundert, dass schon lange nichts gekommen ist, als Lorenz einen Anruf erhalten hat. Wie immer wird dann erstmals auf Hindi gesprochen. Das heisst, er bittet dann darum, dass man doch mit ihm Englisch sprechen möge. Manchmal klappt das dann, doch manchmal hängt die Person dann auch einfach auf und gibt den Auftrag an eine Person weiter, die englisch sprechen kann. Auf alle Fälle, sei unsere Rechnung noch offen. Das war vor etwa zwei Wochen. Seither hat man uns schon drei mal versichert, dass die Rechnung nochmals zugestellt werde. Letzten Freitag hat Lorenz zudem eine SMS erhalten, dass die Rechnung am Donnerstag zugestellt wurde. Trotzdem wollte dann eine weitere Person von Airtel am Sonntag Nachmittag vorbei kommen, die Rechnung bringen und kassieren. Fazit: noch immer keine Rechnung da. Die Telefonanrufe gehen jedoch weiter. Das Mahnwesen scheint hier also so zu funktionieren, dass man so lange anruft, bis man die Rechnung bezahlt. Wie gesagt, wenn wir eine Rechnung hätten, würden wir diese auch gerne bezahlen. Am Freitag haben wir sogar unseren Fahrer auf die Suche geschickt. Kann ja sein, dass die Rechnung bei einer anderen ähnlichen Hausnummer abgegeben wurde, schliesslich wollte man ja auch schon bei uns anstatt bei der 170 die Sanitäranlagen reparieren. Auch beim Gate haben wir nachgefragt, doch leider alles ohne Erfolg.
Also falls ihr dann ein paar Wochen nichts mehr hört an dieser Stelle, haben sie wohl die äusserste Massnahme ergriffen und uns die Internet-Verbindung abgestellt...

Montag, 24. Juni 2013

indischer Einrichtungsgeschmack...

Gestern konnten wir nochmals mit unserem neuen Landlord zusammen sitzen und das Häuschen besichtigen. Vor einer Woche war er Lampen einkaufen gegangen. Wir hätten zwar mitgehen können, doch im Endeffekt muss ihm ja die Beleuchtung gefallen, da er in etwa zwei Jahren gerne selber einziehen möchte. Das Resultat ist auf den ersten Blick kitschig. Im Essbereich hat er sich für vier Hängelampen entschieden, die ein bisschen wie Laternen aussehen. Unser einziges Anliegen war, dass er Glühbirnen einsetzt, welche warmes Licht produzieren. Lorenz ist nämlich ganz allergisch auf das kalte blaue Licht, das es hier in Indien oft gibt. Daran hat er sich also gehalten, die Lampen geben ein schönes warmes Licht. Das Higlight an den Hängelampen sind jedoch die LED's, welche oben angebracht sind. Mir sind die gar nicht aufgefallen, doch als Lorenz nochmal rüber ging, wurden ihm die Lampen stolz vorgeführt. Und die LED's leuchten also abwechselnd in verschiedenen Farben. Ich hab's noch nicht mit eigenen Augen gesehen, aber es muss schon nicht ganz so schön sein. Wir merken also, in Punkto Einrichtung trifft sich europäischer Geschmack selten mit indischem Geschmack.
Dazu kommt noch, dass Wohnzimmer und Esszimmer eigentlich ein grosser Raum sind. Da wo wir jetzt wohnen, hat es überall die gleichen Leuchten. Anshul hat sich jedoch entschieden, in jedem Raum eine andere Beleuchtung zu installieren. Zwar auch im Laternen-Stil, doch nicht dieselben, wie im Essbereich. Bleibt zu hoffen, dass diese nicht auch farbig LED's eingebaut haben.
Es scheint also, dass wir uns mal über Farbtherapie schlau machen müssen. Soll ja an und für sich etwas ganz positives sein, oder?

Mittwoch, 19. Juni 2013

Rekord Wetter zum Zweiten

Unser Aufenthalt in Indien hatte im Januar ja mit einer Rekord-Kälte begonnen. Seit 40 Jahren war es in der Region von Delhi nicht mehr so kalt gewesen. Wie in Europa geht es hier jetzt auch mit Rekorden weiter. Diesmal bei den Regenfällen im Juni. Wie bereits erwähnt, hat es am Sonntag und Montag ergiebige Regenfälle gegeben. Flüsse schwollen an, es wurden Strassen in den Bergregionen weggespült, 47 Personen starben in Nordindien. In Delhi und Gurgaon wurden die Strassen überflutet und es kam am Montagmorgen zu grossen Verkehrsstaus, da das Wasser nicht abfloss.
Haryana, der Bundesstaat in welchem sich Gurgaon befindet, hat an diesem Wochenende so viel Regen erhalten, wie in den letzten 11 Jahren nicht mehr. Von Samstag abend 20.30 bis Montag morgen 8.30 Uhr filene 58.5mm Regen in Gurgaon.
Ich habe euch ein paar der Zeitungsartikel fotografiert, in welchem über die aussergewönlichen Regenfälle berichtet wird.









Ebenso möchte ich euch die Fotos von Lorenz' Arbeitsweg am Montag morgen nicht vorenthalten:








 

Dienstag, 18. Juni 2013

Drama in ... Akten

Ist euer Leben ein bisschen langweilig? Denkt ihr, dass nie was Spannendes passiert? Dann kommt doch nach Indien, denn hier ist Drama allgegenwärtig. Personal zu haben tönt nämlich gut. Klar, man muss nicht putzen, wenn man eine Maid hat. Kann sich einen Koch leisten und wer mag auch ein Kindermädchen. Alles kein Problem und bezahlbar. Doch man darf nicht unterschätzen, was für ein Drama-Potential man sich damit ins Haus hohlt. Denn Inder sind Meister im tratschen. Da Telefonieren hier ja so billig ist, sind sie ja ständig am Telefon. Und wenn im Leben nicht allzu viel passiert, dann bauschen sie eine Geschichte ein wenig auf (kommt mir auf alle Fälle gerade so vor). Dabei mixen sie natürlich immer ein bisschen dazu, lassen was weg, addieren dafür noch etwas anderes. Auf alle Fälle ist die Geschichte bei der nächsten Person schon wieder ganz anders, als sie wirklich war. Dazu kommt natürlich noch die unterschiedliche Kultur. Wenn Fehler gemacht werden, kann man nicht einfach "Entschuldigung" sagen. Nein, man spinnt eine riesige Ausrede, die nicht zwingend Sinn machen muss. So geschehen dieses Wochenede. Eigentlich geht es darum, dass unsere Nachbarn in den Ferien sind und wir vorher besprochen haben, dass ich einen Schlüssel für den Notfall erhalten werde. Also dass ich kontrollieren kann, ob es reingeregnet hat bei einem Sturm oder wenn sonst etwas dringendes ist. Eigentlich eine simple Sache. Mein Nachfragen hat jedoch einen Stein ins Rollen gebracht. Leute wurden beschuldigt, angeschrien, es wurde gelogen und das Drama scheint noch immer nicht zu Ende zu sein. Unser Fahrer ist natürlich auch involviert, aber völlig unschuldig an allem. Er hat nichts gesagt, nichts getan. Komisch ist nur, dass ich nach jedem Gespräch mit ihm wieder ein Mail erhalte, wo alles anders dargestellt ist, als wir es mit ihm besprochen haben. Gestern abend dachte ich schon, dass es zu Ende sei, doch heute morgen spielte schon der zweite Akt... weitere Details erspare ich euch.
Fazit: den Schlüssel habe ich nun zurück gegeben. Mails und Telefonanrufe der involvierten Personen werden nun ignoriert. Mein Ratschlag an alle: putzt selber, kocht selber und schaut auch euren Kindern selber. Ihr erspart euch so viel Ärger und Nerven.