Mittwoch, 19. März 2014

Happy Holi!

Am Montag war Holi, das Frühlingsfest. Wir verbrachten das Wochenende mit unserem Besuch in Udaipur. Die Stadt ist vor allem durch den James Bond Film Octopussy bekannt und gilt als schönste Stadt Indiens. Und es ist wirklich schön in Udaipur. Das Wetter war perfekt und wir hätten vermutlich den ganzen Tag auf der Dachterrasse sitzen und die Aussicht auf den See geniessen können. Aber es war ja Holi und das konnten wir uns ja nicht entgehen lassen. An Holi wird der Beginn des Frühlings gefeiert sowie der Sieg des Guten über das Böse. Am Sonntag abend gab es Zeremonien, bei denen Strohpuppen verbrannt wurden. Vergleichbar vermutlich mit dem Böög am Sechseläuten. Am Montag war in der Stadt dann Ausnahmezustand. Denn an Holi ist es Brauch, sich mit farbigem Pulver zu beschiessen. Klein Maila blieb also mit dem Grosi im Hotel und Lorenz und ich machten uns mit unserem Besuch Ruth auf in die Stadt. Bereits kurz nach dem Hotel bekamen wir die erste Ladung Farbe ab. Danach schmierten uns alle, die uns kreuzten Farbe ins Gesicht. Das soll nämlich Glück bringen. Natürlich kauften wir auch ein paar Säckchen mit Farbe und machten mit. Es war wirklich ein grosser Spass und obwohl es schlimm aussieht, sahen wir nach einer Dusche wieder normal aus. Einzig das T-Shirt von Lorenz wird sich wohl noch länger an Holi in Udaipur erinnern.



Dienstag, 4. März 2014

Wir erwarten Besuch!

Ja, wir erwarten Besuch hier in Indien und dementsprechend läuft so einiges. Besonders heute. Gerade putzt die Maid die Fenster im oberen Stock, der Gärtner mäht den Rasen. Der Fahrer beobachtet alles. Unser Personal hat sich also mehr als verdoppelt. Obwohl zum Gärtner zu sagen ist, dass der nur ab und zu zum Einsatz kommt. Da er uns ja so schöne Blumen gebracht hat, haben wir ihn am Wochenende gleich nochmals engagiert und Pflanzen bestellt. Und weil er schon mal da war, musste er gleich auch noch den Rasen mähen und düngen. Wenn schon denn schon! Auf alle Fälle sieht der Garten nun noch ein bisschen schöner aus. Ich muss irgendwie auch immer schmunzeln, wenn ich raus schaue. Denn die Grünpflanzen, welche wir hier im Garten haben, sind bei uns in der Schweiz Zimmerpflanzen. Einzig unsere Wand ist und bleibt nicht schön, aber das können wir leider zur Zeit nicht ändern. Also erfreuen wir uns an den schönen Blumen und blenden das Unschöne aus. Ihr merkt, wir sind schon sehr adaptiert in Indien!



Montag, 3. März 2014

Eine neue Internetleitung

Die Internetverbindungen in Indien sind wie alles hier ein bisschen kompliziert. Die Leitung, welche man erhält, hat eine maximale Downloadrate pro Monat. Kommuniziert man aber über Skpye, lädt mal einen Film oder arbeitet von zu Hause aus, ist diese Rate meist fünf bis zehn Tage vor Monatsende aufgebraucht. Dann wird man auf eine Urzeit-Leitung geändert. Begonnen haben wir damit im Januar... ihr merkt, es hat ein wenig länger gedauert. Das heisst, alles dauert ewig. Also wollten wir unsere Downloadrate ändern. Eigentlich ja ganz einfach, man muss das doch nur umschalten, dachten wir auf alle Fälle. Der erste Versuch war per Telefon. Da sagte man uns, dass wir einfach eine Mail schreiben sollten, dann werde das geändert. Ok, schnell erledigt, da kam das erste Problem. Die Privat-Adresse von Lorenz war nicht mit dem Airtel-Account verbunden. So konnten sie die Änderung natürlich nicht ausführen. Beim zweiten Versuch sagte man uns dann, dass die 30GB-Leitung nur zusammen mit einem Telefon angeboten würde, ob wir das denn auch wollten. Ja, nehmen wir. Danach hatte Lorenz etwa fünf Telefonanrufe, zuerst immer auf Hindi, dann falls möglich auf Englisch. Passiert ist nichts und einen Monat später war die Download-Rate schon wieder aufgebraucht. Da wir ja gelernt hatten, waren wir diesmal extrem intelligent. Denn es geht jeweils ein Fenster mit der Meldung auf, dass man nur noch so viel (oder wenig) Downloadrate hat. Dann hat man die Möglichkeit, einen Upgrade zu beantragen. Also habe ich das schön ausgefüllt, meinen Mann bei der Arbeit gestört und das per SMS gesandte Kennwort verlangt. Super, jetzt sollte es doch klappen! Pustekuchen! Erstmals kam nämlich wieder die Frage, ob wir denn auch ein Telefon wünsche. Ja klar! Das war um den 20. Februar rum. Danach wieder unzählige Telefonanrufe, dann kam am Sonntag einer vorbei, der die Formalitäten erledigte. Denn es ging natürlich nicht ohne Pass- und Visakopie, Mietvertrag, Ausländerausweis und Passfotos. Indien! Nun sollte nur noch einer kommen, der die Telefonleitung einrichte. Montag: Sorry, der Installateur sei nicht da. Ok, soll er halt am Freitag kommen. Tja, Fehlanzeige. Nach meherern Telefonanrufen unsererseits (könnte man schon Terror nennen), kam dann am Samstag abend jemand vorbei. Der arme Kerl musste erst die Leitung checken, dann ins Büro, die neue Leitung installieren, um etwa 20 Uhr war er wieder bei uns. Internet eingerichtet, danach das Telefon. Überraschung: unseres funktionierte nicht. Also wieder ins Büro. Danach fragte er dann, ob er am Sonntag nochmals kommen könne. Ok, punkt elf stand er dann da und installierte sowohl die Intercom (für Anrufe innerhalb Tatvam), als auch das Telefon. Super, jetzt war ja alles tip top. Dann klingelte es doch um 20 Uhr wieder. Denn man hatte uns nicht erreichen können und bei Airtel muss jede neue Leitung noch bestätigt werden. Das heisst, man muss sagen wie man heisst, wo man wohnt. Das sind die Sicherheitsvorkehrungen. So viel Bürokratie gibt's ja nur hier. Auf alle Fälle läuft nun endlich alles und wir sollten mit dem neuen Vertrag keine Probleme mehr bekommen.

Montag, 24. Februar 2014

Blumengarten

Am Freitag wunderte ich mich am Mittag, wieso Lorenz denn nicht ins Haus kam. Als ich rausschaute, stand er mit dem Fahrer und einem Unbekannten hinter dem Auto. Es war ein Gärtner, der eine Kiste Blumen auf seinem Fahrrad montiert hatte. Lorenz fand schon immer, dass wir noch ein paar Blumen im Garten pflanzen sollten, damit es etwas schöner aussehe. Jetzt war also die Gelegenheit gekommen. Der Gärtner musste also die Blumentöpfchen zählen, damit er den Preis für die Kiste berechnen konnte. Klar, mein Mann wollte natürlich gleich die ganze Kiste kaufen. Für 1000 Rupien, also etwa 15 Franken schleppte der Gärtner dann die ganze Kiste in den Garten, pflanzte und düngte die Pflanzen. Nun können wir jeden morgen die bunten Blumen sehen und uns daran erfreuen. Vermutlich werden wir noch ein bisschen investieren, damit der Garten noch ein bisschen schöner aussieht. Wenn schon die Wände zusammenfallen, dann soll es davor wenigstens schön aussehen! Anbei ein paar Impressionen....

Das Maila-Bäumchen hat nun zwei Blumen als Verschönerung erhalten. Das Bäumchen haben wir vom Krankenhaus zur Geburt von Maila erhalten und es ist schon ein ganzes Stück gewachsen.








Lebenszeichen

In letzter Zeit gibt es von uns nicht allzu viel zu berichten. Die Tage und Wochen vergehen wie im Flug, schon bald ist März und wir erwarten den ersten Familenbesuch. Dieses Jahr ist es im Raum Delhi überraschend lange kühl. Auch heute reicht es erst für etwa 24 Grad tagsüber. Morgen und Abends ist es aber noch empfindlich kühl. Die Luftsituation hat sich ein wenig gebessert. Wenigstens tagsüber sind die werte einigermassen erträglich. Obwohl, unter den Wert für "ungesund" kommen wir nicht oft.
Meine Tage vergehen hier oft im selben Muster, weshalb es nicht viel spannendes zu berichten gibt. Zur zeit beschäftigen wir mal wieder eine Putzfrau, welche Montag, Mittwoch und Freitag kommt. Na ja, diesen Freitag war sie schon das erste Mal krank. Die Mörgen vergehen immer rasch. Maila hat nun begonnen Brei zu essen und irgendwann muss ich ja noch das Mittagessen für den Ehemann vorbereiten. Am Nachmittag treffe ich mich dann meistens mit meinen Bekannten auf dem Spielplatz. Lange können wir das nicht mehr machen, doch zur Zeit geniessen wir die Stunde auf dem Spielplatz bei angenehmen Wetter doch noch sehr.
Indien ist nach wie vor jeden Tag eine Herausforderung. Vor kurzem hat unser Fahrer mal erläutert, wie das mit der Fahrprüfung funktioniert. Man geht auf eine Stelle und muss 15 Fragen beantworten. Wenn man eine nicht weiss, bekommt man einfach eine andere gestellt. Danach muss man vorwärts und rückwärts fahren, sowie links und rechts abbiegen. Et voilà, der Fahrausweis wird ausgestellt. Mit diesem Wissen kann man den verrückten Strassenverkehr eventuell ein bisschen verstehen. Kein Wunder, dass sich niemand an elementare Regeln hält und die Strassen dementsprechend verstopft sind. Ich meine, wieso auch in der Spur fahren, wenn man die Linie auch zwischen die Räder nehmen kann?
Also, falls ihr im Stau steht oder euch über den Verkehr in der Schweiz nervt, es geht noch schlimmer... In diesem Sinn, einen guten Start in die neue Woche!

Freitag, 7. Februar 2014

Delhi's Luft zum Zweiten

Nachdem es diese Woche einmal schön geregnet hat, wurde die Luft wenigstens kurzfristig wieder sauberer. Schon noch eindrücklich, wenn man die Baustelle in der Nähe mal nicht im Dunst sieht..

Freitag, 31. Januar 2014

Delhi und die Luftverschmutzung

Welche Auszeichnungen sind für Städte oder Länder erstrebenswert? Vermutlich beim Index der Lebensqualität vorne mitzumischen. Na ja, da haben wir wohl Pech.... Denn nun ist es offiziell, Delhi hat Peking als die Stadt mit der schlechtesten Luftqualität abgelöst. Wir haben ja schon lange vermutet, dass Delhi die Aufholjagd bald gewinnt, aber richtig erfreut sind wir darüber natürlich nicht. Denn man merkt die schlechte Luftqualität schon. Unsere Nasenlöcher sind meist mit dunkelm Staub belegt, wir husten, ohne erkältet zu sein und an Sport ist hier absolut nicht zu denken. Die schlechte Luft sollte ja nicht noch extra in die Lungen runter gezogen werden. Denn zur Zeit ist die Luftqualität derart mies, dass wir auch ein Päckchen Zigaretten pro Tag rauchen könnten. Wir trösten uns damit, dass wir ja nicht allzu lange hier sein werden und danach wieder gute schweizer Luft einatmen können. Zudem haben wir Luftreiniger im Wohn- und Schlafzimmer montiert. Die schmutzigen Filter bestätigen die Annahme, dass die Geräte viel nützen.
Was uns fast am meisten erschreckt ist, dass das Problem in Indien nicht erkannt wird. Wenn wir eine Bemerkung über die schlecht riechende Luft machen, lächelt unser Fahrer nur. Er riecht das gar nicht, denn er scheint gute Luft gar nicht zu kennen. Es geht sogar soweit, dass es Inder gibt, die behaupten, dass es sich jeweils gar nicht um Smog handle sondern um Nebel. Es sei doch alles gar nicht so schlimm. Für die Umwelt und die Bevölkerung ist es meiner Meinung nach ein ernst zu nehmendes Problem, doch die Bevölkerung interessiert es so wenig, dass es das Thema auch gar nicht auf die politische Agenda geschafft hat. Dieses Jahr sind in Indien ja wahlen und es wird damit gerechnet, dass es zu einem Machtwechsel kommt. Die Luftverschmutzung ist aber überhapt kein Thema. Natürlich gibt es viele Themen, die für die Bevölkerung hier wichtiger sind, doch ich hoffe, dass die Luftverschmutzung trotzdem bald thematisiert und bekämpft wird. In China wird wenigstens etwas unternommen, hier wird leider leider einfach wie bisher weitergemacht.

Bald wird das Thema sicher auch den Weg in die deutschsprachigen Medien finden, bis dahin erstmal der Link zum englischen Artikel:
http://www.ndtv.com/article/cheat-sheet/delhi-world-s-most-polluted-city-beats-china-s-beijing-study-476740