Donnerstag, 8. Mai 2014

Arbeitsteilung auf indisch

Es ist schon eine Weile her, als sie die folgende Szene hier abgespielt hat. Sie ist meiner Meinung nach in vieler Hinsicht ein typisches Bild von Indien.
Beim Haus vis à vis wurden irgendwelche Geräte geliefert und der Karton draussen deponiert. Der normale Abfall wird bei uns täglich durch Müllmänner abgeholt. Grosse Stücke wie Karton, nehmen sie aber nicht immer mit. In diesem Fall kam also eine Frau zusammen mit einem der Sicherheitsleute. Sie organisierte irgendwoher eine Schnur, band den Karton zusammen und transportierte ihn ab. Wie in Indien üblich auf dem Kopf.
Was ist nun typisch an dieser Szene? Erstmal, ist es die Frau, welche die schwere Last trägt. Das ist in Indien recht typisch. Auf Baustellen sind zum Beispiel immer Frauen dafür verantwortlich, dass Zement, Ziegelsteine oder andere Materialen an den richtigen Ort transportiert werden. Die Männer helfen meist nur, die Last auf die Behälter zu hieven. Den Weg übernehmen dann die Frauen. Zum zweiten zeigt die Szene auch auf, dass es halt trotz Abschaffung des Kastensystems nicht möglich ist, dass jemand eine ihm unwürdige Arbeit verrichtet. Der Sicherheitsmann half der Frau nämlich nicht, die Kartons zu ordnen. Erst beim Stapeln auf dem Kopf half er kurz mit. So ist es oft. Es gibt Leute, die Gras mähen und andere, welche das Gras zusammenwischen und abtransportieren. Das muss dann natürlich noch von ein paar anderen kontroliert werden. Für mich immer wieder speziell und eine total fremde Welt.




Kingfisher

Neulich, als ich vom Spielplatz nach Hause ging, sah ich einen Eisvogel, hier Kingfisher genannt, auf einer der Laternen sitzen. Die Fotos sind nicht besonders gut geworden. Eine Kombination aus Abendlicht und Amateurkamera. 
Der Eisvogel ist ein sehr schöner Vogel, mit türkisblauen Federn. Wirklich eindrücklich, einen zu sehen. Übrigens ziert der Kingfisher auch die lokale Biermarke und gibt ihr seinen Namen.




Mittwoch, 30. April 2014

Die Hitze kommt

Später als im letzten Jahr kommt nun die Hitze so langsam in Indien an. Seit einer Woche steigt das Thermometer von Mitte dreissig auf jetzt bereits 40 Grad. Deshalb sind wir tagsüber nun meist im Haus. Erst am späten Nachmittag geht's raus auf den Spielplatz. Da es langsam jedoch über 40 Grad warm wird, können wir das wohl nicht mehr lange machen. Denn es ist auch am frühen Abend einfach noch zu heiss. Dann werden wir wohl noch mehr Zeit im Planschbecken oder im Pool verbringen. Dies ist immer noch die Beste Möglichkeit die Hitze zu ertragen.
Komisch ist, dass man bei diesem Wetter gar nicht mehr richtig realisiert, dass es doch eigentlich erst April ist. Gefühlsmässig müsste es ja schon Juni oder Juli sein. Dasselbe ist auch im Herbst so. Es ist ja schön, dass man im November noch im T-Shirt rumlaufen kann, doch es ist auch komisch zu glauben, dass es schon November sein soll. Wir versuchen die Wärme auf alle Fälle zu geniessen, auch wenn es dann in einem Monat einfach nur noch heiss ist. Das komischste ist ja, dass man sich von gewissen Ausländern hier auch noch anhören muss, dass man im Sommer also nicht hier sein könne. Das sei viel zu heiss. Eine Bekannte hier hat mir das ernsthaft mal erzählt. Komisch, denn wir haben den letzten Sommer ja hier auch gut überstanden und werden auch diesen Sommer überleben. Man ist halt einfach ein bisschen mehr drinnen oder im Wasser. An und für sich ja kein Problem. Zudem gewöhnt man sich auch an die Wärme. Ich meinte doch gestern wirklich zu Lorenz, dass es am abend doch noch ein bisschen kühl sei. Es waren aber gut 30 Grad im Wohnzimmer. In diesem Sinne viele sonnige Grüsse und morgen einen schönen Feiertag! Wir gehen dann wohl baden...


Freitag, 25. April 2014

Eine Holzkiste

Vorletzte Woche führte die Geobrugg in Delhi einen Kundenanlass durch. Dafür wurde extra Material aus der Schweiz geliefert. Da jedoch das Büro sehr klein ist und kaum Stauraum bietet, wird der Hauptteil des Materials bei uns gelagert. So stehen bereits zwei grosse Koffer mit dem Messestand in einem Zimmer. Nun sollte auch noch das restliche Material an unsere Adresse geliefert werden. Am letzten Donnerstag fuhr dann kurz nach dem Mittag ein Lieferwagen vor. Ich versuchte dem Fahrer dann zu erklären, dass er fünf Minuten warten müsse. Sunil, der Office Boy kam dann zum abladen. Auch das war schon sehr interessant. Die Kiste ist recht schwer und so musste erst das ganze Material ausgeladen, die Kiste abgeladen und platziert und dann das Material wieder in die Kiste geladen werden. Bereits hier hatten wir Zuschauer. Aber der liebe Sicherheitsmann musste dafür auch helfen die Kiste auf den Parkplatz zu tragen. Der Fahrer wollte dann sogar noch Geld von mir haben, schiesslich habe er zusätzlich gearbeitet. Ich stand aber ein wenig auf dem Schlauch und hab nicht recht verstanden, was er von mir wollte. Ich glaube ich war zu sehr verwirrt, ob jetzt noch Nachnahme bezahlt werden müsse und Lorenz mit das nicht gesagt hatte. Tja, deshalb ging er dann ohne sein labour money.
Nun steht die Holzkiste auf unserem Parklpatz. Sehr lustig ist, dass Dimpl, unser Fahrer, nun ein bisschen Mühe mit dem Parkieren bekundet. Nun hat er halt nicht mehr einen Meter auf jeder Seite zur Verfügung. Zudem scheint die Holzkiste die Attraktion im Quartier zu sein. Ständig stehen Leute bei uns in der Nähe. Die Gärtner haben die Etikette schon ganz genau studiert. Unser Fahrer war vor allem von Inhalt sehr beeindruckt. Schweizer Qualitätsmaterial eben. Einmal klingelte es sogar an der Tür. Der Mann, welcher Hemden zum bügeln abholt. Soweit ich ihn mit meinen Hindi-Kentnissen verstehen konnte, wollte er die Kiste gerne haben. Er könne daraus einen super Tisch zum bügeln machen. Geht leider nicht habe ich ihm dann gesagt. Wenn er nun jeweils an unserem Haus vorbeigeht, schaut er aber immer zu unserer Kiste rüber. Vermutlich will er den Moment nicht verpassen, wenn er den Deckel dann doch haben kann. Heute besorgt Dimpl nun noch eine Plastikplane, um die Kiste vor dem Regen zu schützen. Vielleicht fällt sie dann auch nicht mehr so auf. Gesetzt dem Fall er hat verstanden, dass er keine Knallfarbe bringen soll.

Dienstag, 22. April 2014

Bootsfahrt in Udaipur

Udaipur ist vom Pichola See dominiert. Viele Hotels in der Altstadt haben ein Restaurant auf dem Dach. So auch unseres. An den Abenden assen wir somit immer draussen auf der Terasse mit einem wunderbaren Blick auf den Pichola See mit dem Palast im Blick. Da am Montag Holi war, verbrachten wir da auch einen guten Teil des Tages auf der Terasse, da wir mit Maila nicht wirklich raus konnten. An unserem letzten Tag machten wir dann noch eine Bootsfahrt, die uns zu einem der Seepaläste führte. Das James-Bond-Hotel ist nämlich nur für Hotelgäste zugänglich. Da eine Nacht aber tausend Franken kostete, mussten wir uns mit einem Blick von weitem zufrieden geben. 


Blick von der Terasse unseres Hotels:

Stadtpalast vom Boot aus:

Der See dient auch zum Wäsche waschen und baden:

der berühmte Lake Palace

Jag Mandir, der zweite Seepalast:


Montag, 21. April 2014

Udaipur - Stadtpalast

Udaipur hat den Ruf, die schönste Stadt Indiens zu sein. Dies und der durch den James Bond Film Octopussy weltberühmt gewordenen Wasserpalast, waren die Gründe, wieso wir dahinflogen. Von Delhi aus sind es nämlich über 650 Kilometer. So eine lange Autofahrt wollten wir uns nicht antun, deshalb flogen wir am Sonntag morgen mit dem ersten Flug los. Bereits nach einigen Flugminuten war die Smog-Wolke von Delhi verschwunden. Da wir in einer kleinen Maschine und dementsprechend eher tief flogen, konnten man die Gegend gut sehen. Wir erkannten sogar den Wasserpalast von Jaipur, wo wir ein paar Tage zuvor gewesen waren.
Udaipur befindet sich an einem künstlichen angelegten See, worin sich wie erwähnt ein Wasserpalast befindet, der früher eine Sommerresidenz eines Mogulherrschers war. Die Altstadt ist klein und verwinkelt, es können kaum zwei Autos kreuzen, die Kanalisation ist offen, doch es roch zum Glück noch nicht so streng. Da am Tag drauf Holi war, mussten wir uns mit dem Sightseeing ein bisschen beeilen. Im Stadtpalast fand nämlich am Abend eine Veranstaltung statt, weshalb dieser früher als üblich geschlossen wurde. Der Stadtpalast ist der schönste, den ich bisher besucht habe. Die Architektur, Einrichtung und der Dekorationsstil unterscheiden sich auch von den anderen und so war es eben mal etwas ganz Neues. Es gab zudem noch viele Bilder zu sehen, die Schlachten oder Ereignisse zeigen. Mich haben sie an die Bilder aus den Schweizer Bilderchroniken erinnert. Besonders speziell an den Bildern ist, dass sie mit einem extrem feinen Pinsel völlig exakt gezeichnet wurden. Selbst die kleinsten Details sind haargenau zu erkennen, so wurden die Falten der etwa zwei Zentimeter grossen Elefanten exakt ausgearbeitet und man sieht die Wimpern der Tiger. Sehr beeindruckend! Wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, hätte ich mir gerne noch ein paar Bilder gekauft.


Altstadt Udaipur:


City Palace:





Blick über Udaipur vom Stadtpalast aus:

Frohe Ostern!

Auch wir hier in Indien hatten über Ostern ein paar Tage frei, denn der Karfreitag ist hier ein Feiertag. Natürlich haben die Geschäfte trotzdem offen, aber das ist ja ganz normal.
Die freien Tage haben wir genutzt, um ein bisschen auszuspannen, Eier zu färben, zu baden, einzukaufen, zu grillieren und Tomaten umzutopfen. Gestern waren wir dann noch zum Osterbrunch und haben uns die Bäuche vollgeschlagen. Bei uns hat die Woche nun schon wieder begonnen, einmal eine Woche mit fünf Arbeitstagen für Lorenz.
Wir wünschen euch ganz schöne Ostern und hoffen, ihr konntet auch ein bisschen ausspannen. Viele sonnige Grüsse aus Indien!