Freitag, 25. April 2014

Eine Holzkiste

Vorletzte Woche führte die Geobrugg in Delhi einen Kundenanlass durch. Dafür wurde extra Material aus der Schweiz geliefert. Da jedoch das Büro sehr klein ist und kaum Stauraum bietet, wird der Hauptteil des Materials bei uns gelagert. So stehen bereits zwei grosse Koffer mit dem Messestand in einem Zimmer. Nun sollte auch noch das restliche Material an unsere Adresse geliefert werden. Am letzten Donnerstag fuhr dann kurz nach dem Mittag ein Lieferwagen vor. Ich versuchte dem Fahrer dann zu erklären, dass er fünf Minuten warten müsse. Sunil, der Office Boy kam dann zum abladen. Auch das war schon sehr interessant. Die Kiste ist recht schwer und so musste erst das ganze Material ausgeladen, die Kiste abgeladen und platziert und dann das Material wieder in die Kiste geladen werden. Bereits hier hatten wir Zuschauer. Aber der liebe Sicherheitsmann musste dafür auch helfen die Kiste auf den Parkplatz zu tragen. Der Fahrer wollte dann sogar noch Geld von mir haben, schiesslich habe er zusätzlich gearbeitet. Ich stand aber ein wenig auf dem Schlauch und hab nicht recht verstanden, was er von mir wollte. Ich glaube ich war zu sehr verwirrt, ob jetzt noch Nachnahme bezahlt werden müsse und Lorenz mit das nicht gesagt hatte. Tja, deshalb ging er dann ohne sein labour money.
Nun steht die Holzkiste auf unserem Parklpatz. Sehr lustig ist, dass Dimpl, unser Fahrer, nun ein bisschen Mühe mit dem Parkieren bekundet. Nun hat er halt nicht mehr einen Meter auf jeder Seite zur Verfügung. Zudem scheint die Holzkiste die Attraktion im Quartier zu sein. Ständig stehen Leute bei uns in der Nähe. Die Gärtner haben die Etikette schon ganz genau studiert. Unser Fahrer war vor allem von Inhalt sehr beeindruckt. Schweizer Qualitätsmaterial eben. Einmal klingelte es sogar an der Tür. Der Mann, welcher Hemden zum bügeln abholt. Soweit ich ihn mit meinen Hindi-Kentnissen verstehen konnte, wollte er die Kiste gerne haben. Er könne daraus einen super Tisch zum bügeln machen. Geht leider nicht habe ich ihm dann gesagt. Wenn er nun jeweils an unserem Haus vorbeigeht, schaut er aber immer zu unserer Kiste rüber. Vermutlich will er den Moment nicht verpassen, wenn er den Deckel dann doch haben kann. Heute besorgt Dimpl nun noch eine Plastikplane, um die Kiste vor dem Regen zu schützen. Vielleicht fällt sie dann auch nicht mehr so auf. Gesetzt dem Fall er hat verstanden, dass er keine Knallfarbe bringen soll.

Dienstag, 22. April 2014

Bootsfahrt in Udaipur

Udaipur ist vom Pichola See dominiert. Viele Hotels in der Altstadt haben ein Restaurant auf dem Dach. So auch unseres. An den Abenden assen wir somit immer draussen auf der Terasse mit einem wunderbaren Blick auf den Pichola See mit dem Palast im Blick. Da am Montag Holi war, verbrachten wir da auch einen guten Teil des Tages auf der Terasse, da wir mit Maila nicht wirklich raus konnten. An unserem letzten Tag machten wir dann noch eine Bootsfahrt, die uns zu einem der Seepaläste führte. Das James-Bond-Hotel ist nämlich nur für Hotelgäste zugänglich. Da eine Nacht aber tausend Franken kostete, mussten wir uns mit einem Blick von weitem zufrieden geben. 


Blick von der Terasse unseres Hotels:

Stadtpalast vom Boot aus:

Der See dient auch zum Wäsche waschen und baden:

der berühmte Lake Palace

Jag Mandir, der zweite Seepalast:


Montag, 21. April 2014

Udaipur - Stadtpalast

Udaipur hat den Ruf, die schönste Stadt Indiens zu sein. Dies und der durch den James Bond Film Octopussy weltberühmt gewordenen Wasserpalast, waren die Gründe, wieso wir dahinflogen. Von Delhi aus sind es nämlich über 650 Kilometer. So eine lange Autofahrt wollten wir uns nicht antun, deshalb flogen wir am Sonntag morgen mit dem ersten Flug los. Bereits nach einigen Flugminuten war die Smog-Wolke von Delhi verschwunden. Da wir in einer kleinen Maschine und dementsprechend eher tief flogen, konnten man die Gegend gut sehen. Wir erkannten sogar den Wasserpalast von Jaipur, wo wir ein paar Tage zuvor gewesen waren.
Udaipur befindet sich an einem künstlichen angelegten See, worin sich wie erwähnt ein Wasserpalast befindet, der früher eine Sommerresidenz eines Mogulherrschers war. Die Altstadt ist klein und verwinkelt, es können kaum zwei Autos kreuzen, die Kanalisation ist offen, doch es roch zum Glück noch nicht so streng. Da am Tag drauf Holi war, mussten wir uns mit dem Sightseeing ein bisschen beeilen. Im Stadtpalast fand nämlich am Abend eine Veranstaltung statt, weshalb dieser früher als üblich geschlossen wurde. Der Stadtpalast ist der schönste, den ich bisher besucht habe. Die Architektur, Einrichtung und der Dekorationsstil unterscheiden sich auch von den anderen und so war es eben mal etwas ganz Neues. Es gab zudem noch viele Bilder zu sehen, die Schlachten oder Ereignisse zeigen. Mich haben sie an die Bilder aus den Schweizer Bilderchroniken erinnert. Besonders speziell an den Bildern ist, dass sie mit einem extrem feinen Pinsel völlig exakt gezeichnet wurden. Selbst die kleinsten Details sind haargenau zu erkennen, so wurden die Falten der etwa zwei Zentimeter grossen Elefanten exakt ausgearbeitet und man sieht die Wimpern der Tiger. Sehr beeindruckend! Wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, hätte ich mir gerne noch ein paar Bilder gekauft.


Altstadt Udaipur:


City Palace:





Blick über Udaipur vom Stadtpalast aus:

Frohe Ostern!

Auch wir hier in Indien hatten über Ostern ein paar Tage frei, denn der Karfreitag ist hier ein Feiertag. Natürlich haben die Geschäfte trotzdem offen, aber das ist ja ganz normal.
Die freien Tage haben wir genutzt, um ein bisschen auszuspannen, Eier zu färben, zu baden, einzukaufen, zu grillieren und Tomaten umzutopfen. Gestern waren wir dann noch zum Osterbrunch und haben uns die Bäuche vollgeschlagen. Bei uns hat die Woche nun schon wieder begonnen, einmal eine Woche mit fünf Arbeitstagen für Lorenz.
Wir wünschen euch ganz schöne Ostern und hoffen, ihr konntet auch ein bisschen ausspannen. Viele sonnige Grüsse aus Indien!


Mittwoch, 16. April 2014

Sightseeing in Delhi

Irgendwie ist es schon komisch. Unsere Reise ist bereits einen Monat her. Die Zeit rast und trotzdem möchte ich die gewonnenen Eindrücke noch mit euch teilen. Zum goldenen Dreieck fehlte uns nach Jaipur und Agra noch Delhi. Da wir zwei Hobby-Gärtnerinnen zu Besuch hatten, entschlossen wir uns, die Mugal-Gärten zu besuchen. Diese befinden sich beim Sitz des Ministerpräsidenten und sind während der Blumensaison jeweils für einen Monat öffentlich zugänglich. Die Vorschriften sind denn auch recht strikt: kein Wasser, keine Kameras, keine Handtaschen, mehrfache Sicherheitskontrollen. Der Kräutergarten zu Beginn war grosszügig aber noch nicht völlig beeindruckend. Danach kam ein Bonsai-Garten, der wie soll ich sagen, ein bisschen trocken wirkte. Der erste Punkt, wo das nicht-fotografieren nicht mehr eingehalten wurde, war dann der Springbrunnen, der mit Musik hinterlegt war. Ist halt nichts so meins, aber die Inder hatten ihre Freude. Ich muss auch noch erwähnen, dass wir mehr oder weniger die einzigen Ausländer waren. Danach folge der Blumengarten und der ist wirklich sehr schön! Wir waren um die Mittagszeit da und ich merkte schon, dass da noch andere Sicherheitsleute rumstanden. Diese begannen dann, den Indern zu sagen, dass sie vorwärts gehen sollten. Neugierig wie wir waren, fragten wir nach, was denn los sei. Der Ministerpräsident käme. Also wurde nach uns der Eingang geschlossen und wir konnten den Garten wirklich wunderbar geniessen. Denn normalerweise ist es so, dass immer neue Leute vordrängen, man könnte ja was verpassen. So war es wirklich friedlich und uns forderte auch niemand auf, schneller vorwärts zu gehen. Fazit: ein Besuch lohnt sich sehr. Fotos gibt's nur auf Lorenz' Telefon, denn mehr oder weniger haben wir uns natürlich ans Foto-Verbot gehalten.
Da wir noch ein bisschen Zeit hatten, ging es danach noch zum India Gate. Auch hiervon gibt es auf dem Blog schon einige Fotos. Heute mal ein spezielles. Am India Gate wird man nämlich immer wieder gefrat, ob man mit Indern auf ein Foto möchte. Ich war ja mit Klein M im Auto, doch unsere zwei Gäste haben schön brav mit einer indischen Familie posiert:




Dienstag, 15. April 2014

Yamuna-Speed-Highway: Kartoffelernte & Brennöfen

Zur Zeit ist die Weizenernte hier in Indien im vollen Gange. Auf den Strassen sieht man immer mal wieder Mähdrescher. Nicht so gross wie bei uns zwar, doch immer noch fortschrittlicher als die Ernte per Hand.
Vor einem Monat, als wir von Agra nach Gurgaon zurück fuhren, war gerade Kartoffelernte. Von der Schnellstrasse aus hat man nämlich einen guten Blick in die Gegend. Mehrmals sahen wir Leute bei der Ernte. Als wir dann ein Foto machen wollten, dauerte es jedoch eine ganze Zeit lang, bis wir nochmals ein Feld mit Arbeitern entdeckten und anhalten konnten.





Zudem sieht man neben der Schnellstrasse viele Türme. Es handelt sich dabei um Brennöfen, wo Ziegelsteine gebrannt werden.




Agra Fort

Nach dem Taj Mahal fuhren wir noch zum Agra Fort, wo die Mogul früher gewohnt hatten. Der Erbauer des Taj Mahal wurde ja später von seinem Sohn abgesetzt und dort inhaftiert, angeblich mit Blick aufs Taj. Der Sohn putschte ihn übrigens weg, weil er fand, dass das Taj Mahal viel zu teuer sei. Agra Fort ist aus rotem Stein erbaut und erinnert deshalb an das Red Fort in Delhi. Auch ansonsten ist es so, dass einem viel bekannt vorkommt. Die Bauten sind ja meist in ähnlicher Bauweise erstellt worden.








Danach waren wir froh, wieder nach Gurgaon zurück zu fahren. In Agra kann man nämlich kaum aus dem Auto aussteigen, ohne von Führern und Souvenirverkäufern bestürmt zu werden. Das ist ganz schön anstrengend, aber gehört an touristischen Orten wohl dazu.



Da wir während den letzten Tagen schon viel über Land gefahren waren, entschieden wir uns für den Yamuna Speed Highway für die Heimreise. Dieser führt zwar über Delhi, dafür kann man gut zufahren, es gibt keine Speedbreaker, Lastwagen, Kühe und andere Verkehrshindernisse und es hat Raststätten mit einigermassen sauberen Toiletten. Auf dieser Schnellstrasse ist meistens nicht viel Verkehr, vermutlich ist die Maut zu hoch...